Die Fußgänger haben rot.
Passanten bleiben stehen.
Vereinzelt fährt ein Auto die Straße entlang.
Ein Mann geht über die Straße.
Reaktionen einzelner Passanten:
“ Den sollte man einsperren!“
“ Was für ein schlechtes Vorbild.“
„Gedankenlosigkeit!“
“ Der gehört erschossen!“
“ Möcht mal sehen, wie es dem geht, wenn sein Kind überfahren wird!“
“ Trottel!“

Da ich mit diesem Menschen öfters unterwegs bin und dieses Verhalten nicht Ausnahme sondern Regel ist, hab ich mit der Zeit viele solcher und ähnlicher Reaktionen gehört, weil ich nach wie vor an der roten Ampel stehen bleibe, so wie ich es als Kind gelernt habe, so wie es mir zur Gewohnheit geworden ist. Gewohnheit heißt für mich, ich tue etwas automatisch ohne mehr darüber nachzudenken.
Ja, ich hatte anfänglich auch diese Gedanken im Kopf mit dem schlechten Vorbild, wenn Kinder am Straßenrand stehen und er bei rot hinüber ging.
Ich habe ihn nach seinen Beweggründen gefragt: „Ja, warum stehen bleiben, wenn doch die Straße passierbar ist, ohne, dass mir etwas passiert?!“ „Und ist es nicht viel sinnhafter Kindern beizubringen, wie man sicher über die Straße kommt, anstatt ihnen beizubringen, bei „rot zu stehen und bei grün zu gehen“?!“

Grün garantiert eben keine Sicherheit und automatisch bei rot stehen bleiben, entwöhnt uns davon eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen.

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